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Sakramente die Beichte

Die Beichte heit eigentlich: "Das Sakrament der Bue und der Vershnung".


Der Pfarrer und der Pfarrvikar stehen ihnen jederzeit fr ein "Beichtgesprch" zur Verfgung.


Wir lesen hierzu:

KKK 1422 "Die zum Sakrament der Bue hinzutreten, erlangen fr die Gott zugefgte Beleidigung von seiner Barmherzigkeit Verzeihung und werden zugleich mit der Kirche wieder vershnt, die sie durch ihr Sndigen verwundet haben und die zu ihrer Bekehrung durch Liebe, Beispiel und Gebete mitwirkt" (LG 11).


Zum Nachlesen:

Die Beichte. Grundkurs des Christentums. P. Karl Wallner. Benno-Verlag. 978-3-7462-2759-7

In unserer Pfarreiengemeinschaft findet monatlich in den Pfarrkirchen die Beichte statt.

Im Einzelfall knnen sie sich auch direkt an den Pfarrer wenden, sei es telefonisch oder nach den Gottesdiensten.


Dreizehn der wichtigsten Fragen, die im Zusammenhang mit der Beichte immer wieder gestellt werden:

1. Ich kann doch selbst Gott um Verzeihung bitten. Warum brauche ich dazu einen Priester?

Natrlich kann man Gott im Gebet um die Verzeihung der Schuld bitten. Das soll man sogar hufig tun! Das aber ersetzt die Beichte nicht. Die Beichte ist ein Geschenk Jesu an uns. Warum wollen wir dieses Geschenk nicht annehmen? Wenn wir ehrlich sind, ist das doch oft nur eine faule Ausrede, damit wir um die unangenehme Beichte herumzukommen. Oder wann haben Sie das letzte Mal wirklich im Gebet die Snden bereut? Ohne die Beichte wissen wir nicht mit Sicherheit, ob Gott uns auch die Schuld vergibt. Diese Sicherheit haben wir aber nach einer guten Beichte. Auerdem ist meine Schuld nicht nur eine Sache zwischen mir und Gott. Ich bin auch vor anderen Menschen schuldig geworden - auch vor der Gemeinschaft der Kirche, zu der ich gehre. Durch die Beichte wird auch mein Verhltnis zur Gemeinschaft der Kirche wieder in Ordnung gebracht.


2. Ich wei nicht, was ich beichten soll. Ich habe keine schlimmen Sachen gemacht! "

'Wenn wir sagen, dass wir keine Snde haben, fhren wir uns selbst in die Irre, und die Wahrheit ist nicht in uns. Wenn wir unsere Snden bekennen, ist er treu und gerecht; er vergibt uns die Snden und reinigt uns von allem Unrecht. Wenn wir sagen, dass wir nicht gesndigt haben, machen wir ihn zum Lgner, und sein Wort ist nicht in uns. Meine Kinder, ich schreibe euch dies, damit ihr nicht sndigt. Wenn aber einer sndigt, haben wir einen Beistand beim Vater: Jesus Christus, den Gerechten.' (1 Joh 1,8-2,1) Wem keine Snde einfllt, der hat vielleicht nicht gut genug darber nachgedacht! Nach einer vernnftigen Gewissenserforschung (z.B. im Gotteslob Nr. 62ff.) sieht die Sache schon ganz anders aus! Oder beten Sie jeden Tag? Knnen Sie ehrlichen Herzens sagen, dass Sie wirklich versuchen, Gott zu lieben und Christus zu folgen? Sind Sie nie lieblos, gemein, unehrlich, schadenfroh? Nie eine "kleine Lge'? Sind Sie niemals zornig, ungeduldig, unmig? Snden sind nicht nur Mord und Totschlag. Snden sind bei uns viel fter auch bestimmte Denkarten, Gewohnheiten oder Charakterschwchen, an denen wir arbeiten mssen.


3. Ich habe schon mal ganz schlechte Erfahrungen mit der Beichte gemacht!

Das ist schade. Aber es ist die absolute Ausnahme, dass sich ein Priester im Beichtstuhl wirklich einmal im Ton vergreift. Selbst schlechte Erfahrungen sollten uns aber nicht daran hindern, einen anderen Priester aufzusuchen und gute Erfahrungen zu machen! Geben wir Christus eine Chance!


4. Die anderen gehen auch alle nicht beichten!

Na und? Nur weil es die Mehrheit ist, handelt sie dadurch nicht automatisch richtig! Nur tote Fische schwimmen mit dem Strom! Auerdem - seien Sie ehrlich - das Argument: "Alle anderen machen es aber so ...' ist doch eine faule Ausrede fr die eigene Feigheit oder Bequemlichkeit!


5. Ich wei gar nicht mehr, wie das geht!

Wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg. Ohne groe Mhe kann man sich darber informieren, wie die Beichte abluft und wie man sich vorbereitet (z.B. im Gotteslob Nr. 58-66). brigens kann man auch jemanden fragen, der sich damit auskennt - z.B. den Kaplan oder den Pfarrer. Notfalls kann man auch zur Beichte gehen und sagen: 'Ich mchte gerne beichten, aber ich wei nicht genau wie das geht und was ich sagen soll.' Nur Mut! Der Priester wird niemanden auslachen, sondern im Gegenteil Respekt vor Ihrem Mut haben!


6. Ich habe schon seit vielen Jahren nicht mehr gebeichtet!

Das ist doch erst recht ein Grund, wieder mit der Beichte anzufangen! Man freut sich doch auch darber. wenn man nach vielen Jahren etwas von einem guten Freund hrt, von dem man schon geglaubt hat, man htte ihn verloren! Und dann will man nicht nur ein kleines Gesprch - man will die Freundschaft fortsetzen! Christus wartet sehnschtig auf uns in seinem Sakrament der Vershnung! brigens sind wir verpflichtet, mindestens einmal im Jahr (und zwar mglichst in der sterlichen Zeit) zu beichten. Das gleiche Gebot verpflichtet uns auch, mindestens einmal im Jahr das Sakrament der Eucharistie zu empfangen (d.h. zur Kommunion zu gehen). Ist es nicht merkwrdig, dass heute alle in jeder Messe die hl. Kommunion empfangen oftmals ohne sich zu fragen: Bin ich eigentlich fr diese intensive Christusbegegnung vorbereitet? Wer regelmig zur Kommunion geht, sollte auch regelmig beichten!


7. Die Beichte nutzt nichts. Ich habe schon oft gebeichtet, aber ich habe mich gar nicht gebessert.

Wenn man glaubt, nach einer Beichte mit Heiligenschein durch die Gegend zu wandeln, hat man sich getuscht! Es braucht viele, viele kleine Schritte auf dem Weg zu Gott hin. Aber jede Beichte, so nutzlos sie uns auch erscheinen mag, so wenig wir uns doch zu ndern scheinen, ist ein wunderbares Geschenk. Man wei ja nicht, was man ohne diese kleinen Schritte fr ein Mensch wre! Und hier gilt: Verlieren Sie niemals den Mut! Und wenn Sie immer und immer wieder denselben Fehler, dieselbe Snde beichten mssen - tun Sie es ruhig. Wenn ntig, jede Woche. Immer wieder. Christus freut sich immer, wenn wir kommen. " Wir werden nicht auf einmal, durch eine einzige Reichte zu Heiligen. Wir mssen mit uns selbst Geduld haben, wie auch Gott Geduld hat. Aber jede gute Beichte ist ein Schritt nach vorn auf dem Weg zu Gott. Vergessen wir niemals: Was im Gericht der Barmherzigkeit gerichtet wird, kommt nicht mehr vor das Endgericht.' (Bischof Rudolf Graber)


8. Ich kenne den Pfarrer / Kaplan ganz gut und sie kennen mich auch persnlich. Zu denen mchte ich nicht gehen.

Muss man ja auch nicht. In anderen Pfarrgemeinden, in Klstern oder in groen Kirchen kann man vllig anonym beichten. brigens zeigt die Erfahrung, dass durch die Beichte persnliche Beziehungen keine Belastung erfahren. Auf jeden Fall hat es viele Vorteile, wenn man einen festen Beichtvater hat, der uns regelmig auf unserem Weg begleitet.


9. Es ist mir peinlich, beichten zu gehen.

Wem nicht? Na klar - es ist niemals angenehm, seine Snden zu bekennen, sein Herz ganz zu ffnen. Wir sehen dann nmlich gar nicht mehr so toll und strahlend aus, wie wir uns selbst gerne sehen und wie wir uns wnschen, dass die anderen uns sehen. Eine Legende erzhlt, dass der Pfarrer den Teufel in der Kirche dabei beobachtet, wie er von Beichtstuhl zu Beichtstuhl geht. Verwundert fragt er ihn, was er da tue. Der Teufel antwortet: Ich gebe den Menschen bei der Beichte das Schamgefhl zurck, dass sie bei der Snde verloren haben. Auerdem: Wer den Mut hat, seine Snden zu bekennen, zeigt, dass er es ernst meint mit der Umkehr. Und jeder Priester hat Hochachtung vor jedem, der zur Beichte kommt, ganz egal, welche Snden er bekennt.


10. Ich habe so schlimme Snden begangen, die kann ich gar nicht beichten.

Wer sich selbst fr den schlimmsten Snder auf Erden hlt, ist ganz schn hochmtig eingestellt, oder? Wenn wir beichten gehen, dann sind wir (meistens) weder die schlimmsten Snder noch die besten Menschen. Wir sind meistens nur ganz gewhnliche, mittelmige Snder. Das ist nicht schlimm, solange wir versuchen, keine mittelmigen Christen zu sein. Ein alter Pfarrer sagte vor vielen Jahren, er wrde demjenigen 50 Euro schenken, der ihm eine Snde beichtet, die er noch nie gehrt hat. Er hat das Geld noch heute ... Von einem Heiligen stammt der Satz: Es ist nicht so schlimm, dass der Mensch sndigt, denn der Mensch ist schwach und die Versuchung ist gro. Schlimm ist, dass der Mensch jederzeit die Mglichkeit der Umkehr hat und sie nicht nutzt!


11. Ich gehe nicht gerne in den dunklen Beichtstuhl.

Kein Problem. Fragen Sie den Priester nach der Mglichkeit des Beichtgesprchs.


12. Was ist eigentlich ein Beichtgesprch?

Wie der Name schon sagt, ist es eine Beichte in der Form eines Gesprchs mit dem Priester. Man hat die Mglichkeit, ausfhrlicher ber das eigene Leben und die eigene Schuld zu sprechen. Ein Beichtgesprch empfiehlt sich, wenn man lngere Zeit nicht gebeichtet hat; sich unsicher ist, wie man richtig beichtet; eine Lebensbeichte (s.u.) ablegen mchte oder nicht gerne in den Beichtstuhl geht.


13. Was ist eigentlich eine Lebensbeichte?

Als 'Lebensbeichte' bezeichnet man eine Beichte (Beichtgesprch), die man vor entscheidenden Situationen im Leben ablegt (z. B. vor der Firmung, vor der Hochzeit, vor einer langen Reise, vor einer Operation usw.). Man mchte sein ganzes bisheriges Leben noch einmal vor Christus hintragen, sich von Ihm umarmen lassen

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